Ute Gerhardt im World Wild Web

 
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Mittwoch, 27. August 2008

Qualität bedroht

Pia fragt: “Sämtliche Eltern, die ich kennenlernen durfte, waren darum bemüht, ihren Kindern beizubringen, andere zu akzeptieren, Andersartigkeit zu begrüßen und selbstbestimmte Mitglieder unserer Gesellschaft zu werden. Warum gibt es dann so viele Kinder, die im Gleichschritt marschieren? Die intolerant sind und arrogant. Liegt das an der Pubertät, an “bloß nicht auffallen"-Wollen oder haben (wir) Eltern da versagt?”

Pubertät, “bloß nicht auffallen"-Wollen - und eine große Portion Unsicherheit, würde ich sagen. Andersartigkeit oder auch nur Andersdenken bedroht scheinbar. Vor allem dann, wenn es mit Erfolg gepaart daherkommt. Reibt es den “In-Gangs” doch nur allzu deutlich unter die Nase, daß sie und ihre Werte nicht nur nicht das Maß aller Dinge sind, sondern evtl. sogar dem “Fremdartigen” unterlegen. Da kommt jemand daher und wagt es, die angesagte Clique und deren Klamotten für sein Glück gar nicht zu brauchen. Das stellt den Selbstwert der Gruppe und ihrer Mitglieder in Frage - und schon verschwinden die politisch korrekten Moralpredigten der Eltern in der mentalen Versenkung.

Die Mobbing-Studien der letzten Jahre haben längst zutage gefördert, daß Mobbing-Opfer zu einem sehr hohen Prozentsatz sozial kompetente, hochintelligente und selbständig denkende, kreative Individuen sind. Während der typische Mobber eher Unsicherheit und Konformitätsstreben aufweist und sich seinem Opfer oft geistig unterlegen fühlt, bzw. es auch tatsächlich ist. Ergebnisse, die ich in meinem eigenen Umfeld aktuell auch mal wieder hundertprozentig bestätigt sehe. Aber sowas von.

Rubrik: Gelinkt | 0 Kommentare (96 mal gelesen) | Permalink
 

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