Ute Gerhardt im World Wild Web

 
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Sonntag, 02. Juli 2000

Funkstille

Hoffentlich wird mir verziehen werden, daß ich mich heute bei niemandem gemeldet habe, den ich eigentlich noch über Brüssel hätte informieren müssen oder den ich eigentlich noch irgendwann anrufen wollte. Nicht heute. Ich hatte einfach keine Lust mit jemandem zu reden. So ist das… Es war ein richtig schöner Tag, nur mit Musik, Lesen, Essen und Eressea-Spielen verbracht. Das ewige Lächeln und die Gespräche über alles und nichts gehen spätestens morgen im Büro wieder los. Sind nette Leute, die Kollegen, und auch S., D., Ch. und Konsorten, aber es kann so schön sein, mal einen ganzen Tag lang nichts sagen zu müssen. Tagebuch zählt nicht, auch wenn jetzt seit ein paar Wochen auch noch andere mitlesen können. *g*

Die Schreckenstein-Mailingliste wird langsam etwas unverständlich. Da bieten zwei, die einander auch noch kennen, für den selben Artikel auf E-Bay und der erste der beiden Bieter regt sich dann öffentlich darüber auf, daß die alte Abmachung gebrochen wurde und einer den anderen überboten und den Preis in die Höhe getrieben hat. Leute, redet doch einfach mal miteinander! Noch im April habt Ihr beim Listentreffen jede Menge Jux miteinander gemacht—es kann doch nicht so schwer sein, sich dann bei zwei so läppischen Auktionen zu einigen? OK, ich überbiete auch kein anderes Listenmitglied, aber wenn ich es wollte, oder wenn einer mich überbietet, spreche ich doch denjenigen erstmal persönlich an, statt verbissen weiterzubieten, bis die Auktion gelaufen ist und die ganze Angelegenheit dann öffentlich breitzutreten.

Manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich zu überheblich bin oder was sonst mit mir los ist, daß ich über solche Probleme nur den Kopf schütteln kann. Fehlt mir einfach das Verständnis für andere und ihre Sorgen? Bin ich zu eingebildet? Zu egozentrisch? Ich meine, mein “Standard” kann ja auch nicht das Maß aller Dinge sein, und wenn es Menschen gibt, die sich über solche Dinge wie verkorkste Auktionen aufregen, dann kann es doch sein, daß das tatsächlich irgendwie wichtig ist und ich nur zu blöd bin, das zu erkennen, oder? Was ist bloß mit mir los, daß ich das nicht nachempfinden kann? Und was halten andere von meinen eigenen Problemen? Einige denken doch mit Sicherheit auch, daß ich mich nur über belanglosen Unfug aufrege, oder? Was ist denn nun wirklich wichtig?

Rubrik: Gelebt | 0 Kommentare (40 mal gelesen) | Permalink
 

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