Ute Gerhardt im World Wild Web

 
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Mittwoch, 28. Juni 2000

Chain Mails

Zum Glück ist mit M. alles in Ordnung. Gestern abend habe ich ihn noch am Telefon erwischt.

Das neue Design dieser Homepage ist auch fertig; nachdem ich dieses ungewöhnliche Frauenportrait entdeckt hatte, gab’s für mich kein Halten mehr. (Die Gravur ist übrigens nicht von mir, sondern stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. :o) Muß ich noch irgendwie vermerken.) Die Frau hat was. Dieser Blick… Ich weiß immer noch nicht so genau, ob sie traurig ist, erstaunt, wütend oder einfach nur irre—genau wie bei mir selbst manchmal. *g*

Eines weiß ich allerdings ziemlich genau: Chain-Mails sind eine Verschwendung von Zeit, Geld und Bandbreite. Vor allen Dingen dieses ewige ”Was haben wir uns doch alle lieb! Und nun schick das gefälligst innerhalb von 5 Minuten an all deine Freunde und an den Absender, sonst brennt Dir sieben Jahre lang jeden Morgen das Kaffeewasser an.” Erzwingung von Freundschaftsbeweisen unter Strafandrohung, noch dazu unter Berufung auf eine sogenannte “höhere Macht”—bescheuerter geht’s doch gar nicht. *an die Stirn tipp* Nee, solche Mails schicke ich grundsätzlich nicht weiter, und schon gar nicht an meine Freunde. Die würde ich nämlich gerne noch eine Weile behalten. (Und außerdem würde ich liebend gerne herausfinden, wie diese angebliche Vernetzung von meinem Computer mit meinem Wasserkocher funktioniert. Noch’n Grund, nix weiterzuleiten, hehe!)

Wie kommt es eigentlich, daß solch moralingesättigter Schwachsinn fast ausschließlich aus dem anglo-amerikanischen Raum stammt? Noch nie habe ich derartige Mails z.B. aus Frankreich bekommen. Vereinzelt zwar auch mal aus Deutschland oder der Schweiz, aber selbst das waren meist “Originale” aus den USA. Haben sich die Mayflower-Gene der Amerikaner so lange gehalten, oder sind wir Europäer von einzelnen Ausnahmen abgesehen einfach zu nüchtern? Oder kennen mich meine Bekannten hier drüben einfach so viel besser, daß sie mir im Gegensatz zu den US-Bekannten so ein Zeug erst gar nicht zuschicken? Jedenfalls war da der Witz von B. schon besser:

Frage: Was kommt dabei heraus man, wenn man Viagra an ein Glühwürmchen verfüttert?
Antwort: Eine Stehlampe.

Jaja, OK, der ist nicht ganz stubenrein, aber da habe ich schon wüstere Homepages gesehen. Und überhaupt, das hier ist mein Tagebuch. So! ;o)

Rubrik: Geblogt | 0 Kommentare (61 mal gelesen) | Permalink
 

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