Ute Gerhardt im World Wild Web

 
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Donnerstag, 04. September 2008

Auf ein Neues

Dreimal stand jetzt hier schon ein Eintrag. Dreimal habe ich ihn gelöscht. Weil ich dann doch lieber erstmal abwarten wollte, bis der Betreffende seine/meine Mails gelesen hat. Und weil ich Angst hatte, es fühlen sich vielleicht in der Zwischenzeit die Falschen angesprochen.

Inzwischen habe ich jedoch die Bestätigung, daß ich mit meiner Intuition nicht daneben lag. Wenn mir jemand im sogenannten “Real Life” nach einer langen Tirade über seine aktuellen Probleme und Wehwehchen um die Ohren haut: “Was bei dir so los ist, weiß ich ja. Steht ja immer alles im Blog.”… dann ist das unter anderem ein Ausdruck der Bequemlichkeit, damit man nicht etwa auch mal nachfragen muß, was es bei mir denn Neues gibt und wie es mir denn überhaupt geht.

Danke.

Mal davon abgesehen, daß hier nur ein Bruchteil dessen steht, was in mir und um mich herum vorgeht, habe ich doch immerhin wieder was dazugelernt. Somit kann ich meine Energie nun von zumindest einem Menschen abziehen und sie stattdessen Leuten schenken, die sie erstens eher gebrauchen können und zweitens auch zu schätzen wissen.
Und dieser Text bleibt jetzt hier stehen.

Rubrik: Gelernt | 6 Kommentare (370 mal gelesen) | Permalink
 
  1. Oh, das kenne ich!

    “Bei mir gab es nichts besonderes zu berichten und was bei Euch so war, hab ich ja gelesen, deswegen habe ich mich nicht gemeldet!”

    Adressbuch ausmisten macht einen manchmal richtig frei! wink

    tanja  am  05.09.08
  2. Tanja, gimme five! wink

    Terrorzicke  am  05.09.08
  3. Aber wenn diese Person in Notlagen trotzdem da ist? Hättest du nicht einfach sagen können, dass eben nicht alles im Blog steht?

    Biggi  am  08.09.08
  4. @Birgitta: Nö, so funktioniert das nicht, fürchte ich. Wenn jemand mir im RL schon so kommt, dann ist er in Notlagen so ziemlich der Letzte, den ich überhaupt auch nur informieren würde. Geschweige denn um Hilfe bitten.

    Ganz einfach deshalb, weil ich in solchen Fällen davon ausgehen muß, daß ich mit einer Bitte um Hilfe ohnehin nur lästig wäre. Da kommt mir dann irgendwie doch mein Stolz in die Quere. Und überhaupt ist Helfen in der Not für mich zwar eine notwendige, aber noch lange keine ausreichende Bedingung bzw. Definition für Freundschaft. Wenn es danach ginge, wäre auch unser Hausarzt mein Freund. Ist er aber nicht. Nicht nur deshalb, weil er fürs Helfen bezahlt wird. Sondern auch deshalb, weil eben unser gegenseitiges Interesse aneinander vor bzw. hinter der Praxistür endet.

    Nun könnte man ja argumentieren: “Hey, derjenige hat wenigstens dein Blog gelesen.” Jepp. Aber nicht nur gelesen, sondern mich offenbar sogar auf dieses Blog reduziert. Und spätestens da hört es dann bei mir auf.

    Terrorzicke  am  08.09.08
  5. Vergiss nicht, dass wir älter werden und damit weniger geduldig oder einfühlsam - okay, das ist mein subjektives Gefühl, mir geht es so, ich habe schlicht und einfach keine Zeit&Lust;, mich um jede Laune meiner Freunde zu kümmern… Es ist das vermutlich die Phase unseres Lebens, in der wir in Job und Famlie am meisten gefordert werden. Der Job macht selten von Feierabend bis zum nächsten Morgen Pause (blackberry und vpn sei Dank), gleichzeitig fordert der Nachwuchs sein gutes Recht (und verhindert, dass man nur noch rumflucht, weil man ja auch gutes Beispiel sein möchte). Es wird auch offensichtlich, dass die eigenen Ansprüche vielleicht nie erreicht werden. Ich beneide die, die ihren Nachwuchs schon mit 20 bekommen haben (vor 20 Jahren habe ich sie allerdings nicht beneidet). Sich neu zu kalibirieren fällt schwer.

    philipp  am  09.09.08
  6. @Philipp:
    Falls Deine Theorie stimmen sollte: Wie käme ich dazu, geduldig und einfühlsam gegenüber Leuten zu sein, die auch noch offen zugeben, daß sie es selber nicht sind - weil es ihnen zu lästig ist? Warum sollte ich für solche egoistisches Verhalten auch noch Verständnis aufbringen? Mal davon abgesehen, daß Verstehen noch lange nicht heißt, daß ich es auch ertragen muß. Die Konsequenz ist immer noch dieselbe: Diese Person braucht mir mit ihrem Gejammer nicht mehr zu kommen. Ich will es nicht mehr hören.

    Die Betreffende hat übrigens keine Kinder. Und außerdem erwarte ich, wenn jemand schon nicht bereit ist, sich auch mal anzuhören, was ich zu sagen habe, daß derjenige mich dann gefälligst auch selbst nicht als billigen seelischen Mülleimer mißbraucht. Auf solche egozentrischen Schmarotzer kann ich verzichten.

    Ute  am  10.09.08
    Seite 1 von 1 Seiten

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