Ute Gerhardt im World Wild Web
Dienstag, 11. November 2008
Gegensätze
Unsere Tochter hat letztes Jahr nicht alle ihre Weihnachtsgeschenke an Heiligabend bekommen. Weil es einfach zu viele waren und sie vor Überforderung zum Schluß fast geweint hat. Heute finde ich diese Webseite und werde ziemlich nachdenklich.
Danke für den Link, Ulli.
Mykodiesel
Godwael hat sich mal wieder ein paar interessante Gedanken gemacht. Diesmal zum Thema ”Nachwachsende Rohstoffe im Tank”. Lesenswert!
Montag, 10. November 2008
Tja, und nun?
So, wie ich mir das vorgestellt hatte, klappt das hier mit dem Blog nicht. Ich hatte gehofft, es könnte zumindest zeitweilig gleichermaßen eine Funktion erfüllen erstens als “Ankerplatz” für die Person, der das Keith-Haring-Bild da links gewidmet ist, zweitens als Möglichkeit, mal mein Herz auszuschütten über Dinge, die mir auf der Seele liegen, über die ich konkret aber mit niemandem sprechen kann, und drittens als “normales” Blog für Lustiges, Interessantes und Alltägliches.
Die letzte Funktion wird sicherlich wie eh und je uneingeschränkt erfüllt. Bei der zweiten habe ich festgestellt, daß ich zu kryptisch und zu anonymisiert schreiben muß. Das wiederum führt dazu, daß ein völlig unscharfes Bild entsteht und dementsprechende Kommentare geschrieben werden (oder leider auch Mails, wenn ich die Kommentare schließe), denn den Sachverhalt kennt ja niemand. Da ich aber genau daran nichts ändern werde oder auch nur möchte, haben solche Einträge keinen Sinn.
Bleibt also noch die erstgenannte Funktion. Manche Menschen berühren einen einfach auf ganz besondere Art. Da ist jemand, der im Fall eines Falles hier jederzeit spüren können soll, daß er einen festen Platz in meinem Leben hat, mir immer willkommen ist und von mir jede nur mögliche Unterstützung erwarten darf. Ob meine Gedanken und Glück-Wünsche ihr Ziel konkret erreichen, kann ich nicht feststellen. Ich glaube es ehrlich gesagt nicht. Aber bei manchen Dingen kommt es hauptsächlich darauf an, daß man sie überhaupt denkt, daß man sie wenigstens ausspricht. Das mag naiv finden, wer will. Mir ist es einfach wichtig.
Ich sehe was, …
Tochter: ”Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist… grün! Der Teppich!”
Mutter, grinsend: ”Das darfst du mir doch nicht verraten, daß es der Teppich ist. Sonst gewinne ich doch sofort. Probier’s nochmal!”
Tochter, siegessicher: ”Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist… blau! Der Luftballon!”
Mutter, noch mehr grinsend: ”Saskia, du darfst mir nur die Farbe verraten, aber sonst nichts. Komm, noch mal!”
Tochter: ”Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist… silbern!”
Mutter, eifrig: ”Das Metall da an den Lautsprechern?”
Tochter, seufzend: ”Nee, der Fenstergriff!”
Wir üben das noch. *g*
The Morning After
*LOL* Wow, was für ein Seitenhieb:
”The festive scenes of liberation that Dick Cheney had once imagined for Iraq were finally taking place in cities all over America.”
Nicht nur bissig, sondern auch treffend: ”It Still Felt Good the Morning After”
Sonntag, 09. November 2008
Da drüben geht’s vom Holzweg runter: =>
Mich trifft der Vorwurf, mich blind zu stellen, und ich bemerke leise Verachtung und Spott wegen meiner vermeintlichen Naivität. Weil ich bei einem Menschen, den ich sehr gerne habe, versuche Erklärungen zu finden, warum er so gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Weil ich nicht aufgebe. Weil ich bereit bin, für Versehen, Belastungen und Notlagen die Augen zu öffnen und Zugeständnisse zu machen, statt kategorisch das Urteil zu fällen, derjenige sei ein gleichgültiger Eisklotz. Offenbar wird von mir erwartet, “so jemanden” sich selbst zu überlassen und mich umgehend abzuwenden. Stehenzubleiben, auf denjenigen zu warten oder ihm gar auch noch die Hand zu reichen, wird mir offen als Schwäche ausgelegt, als Mangel an Stolz und Selbstbewußtsein.
Mal Tacheles, Leute: Wenn mich jeder gleich abgehakt und fallen gelassen hätte, den ich nicht so behandelt habe, wie er sich das gewünscht hätte, dann wäre ich jetzt ein verdammt einsamer Mensch. Dann wären, wage ich zu behaupten, die meisten von uns verdammt einsam. Ich kann mich an einen Haufen Dinge, Taten und Worte in den letzten 40 Jahren erinnern, auf die ich weiß der Himmel nicht stolz bin. Unter anderem übrigens auch gegenüber eben jener Person, von der letzte Woche die Rede war. Und trotzdem hält man zu mir und hält mich aus, auch dieser Mensch - was ganz sicher auch nicht immer einfach ist! Das ist ein tolles Geschenk, das man weiterverschenken muß, damit es einen Sinn hat. Gerade auch an diejenigen, von denen man es selbst bekommen hat.
Die Tatsache, daß ich auch meine eigenen Gefühle wichtig nehme und auf meine eigene Verletzbarkeit hinweise, wenn der andere sie zeitweilig nicht wahrnimmt, muß doch nicht automatisch das Gesamtgefüge in Frage stellen? Warum sollte es? Ist Freundschaft statisch und bricht beim ersten Fehler oder Versehen gleich zusammen, statt sich weiterzuentwickeln? Oder ist sie etwa binär, muß sie also entweder perfekt oder gar nicht funktionieren? Was soll das??? Soll ich etwa auch meine Kinder umgehend an der nächsten Straßenecke aussetzen, nur weil sie eins meiner Bücher zerfleddert haben? Ich habe in diesem Blog vor kurzem schon einmal geschrieben: Solange keine echte Bosheit, Berechnung, Niedertracht oder Gehässigkeit im Spiel ist, kann man meiner Meinung nach jeden Konflikt aus der Welt schaffen. Und manchmal reicht es auch aus, einfach die Ursache zu verstehen und mal genauer hinzuschauen, in welcher Lage der andere eigentlich gerade steckt. Ich behaupte nicht, daß dieses einseitige Aufarbeiten eines Konflikts einfach ist. Ich sage auch nicht, daß ich bei allen Menschen die selben Zugeständnisse mache. So naiv bin ich dann doch nicht. Aber in diesem Fall mache ich sie.
Unversöhnlichkeit wird gleichgesetzt mit Selbstwertgefühl. Mein eigener Wert wird in Frage gestellt, weil ich an den Wert eines anderen Menschen glaube. Ich finde diese Einstellung seltsam bis beängstigend. Und ich möchte auch nicht mehr darüber diskutieren. Ende der Durchsage.
Feeds
Der RSS-Feed liefert bis auf weiteres und absichtlich nur stark reduzierte Informationen. Ich experimentiere noch.
Der ATOM-Feed funktioniert weiterhin ohne Einschränkung.
Samstag, 08. November 2008
Operation gelungen - Bagels tot
OK, bis auf zwei. Die haben wir nicht mehr geschafft. Der nächste Back-Tag ist aber schon für die Adventszeit 2014 vorgemerkt, also wieder in sechs Jahren. *g* Es hat eine Menge Spaß gemacht und lecker geschmeckt sowieso. Außerdem hat Tobias zwei neue Freundinnen und ich zwei neue potentielle Babysitter.
War schön mit Euch, Ihr zwei!
Fast Food der Kommunikation
Eigentlich stand hier aus gegebenem Anlaß eine lange Tirade über die Unsitte, zwischenmenschlich Wichtiges per SMS zu übermitteln. Kondolieren, Beziehungen aufkündigen, Beziehungen reaktivieren, sich entschuldigen, schlechte Nachrichten überbringen, etc. Ich reduziere meinen Eintrag aber hiermit auf die Kernaussage:
Wenn ich davon ausgehen muß, daß mein Gesprächspartner durchaus Alternativen gehabt hätte, empfinde ich SMS in tiefgehenden persönlichen Angelegenheiten, als ob der Absender nur einer lästigen Pflicht nachkommen wollte, ohne bereit zu sein, sich wirklich mit Zeit, Herz und Verstand auf mich einzulassen. Das ist wie ein Lächeln ohne Augenbeteiligung. Und genau so kommt es auch an.
Freitag, 07. November 2008
Kollegiales
Die Kollegen hier sind schon klasse. Da ist wirklich einer für den anderen da - wenn es sein muß auch in der Freizeit. Zum Beispiel, wenn einem abends im Home Office der Firmenlaptop die Grätsche macht, man aber dringend noch eine Info braucht. Wenn man morgens um kurz nach sechs eine Kollegin im Status “online” aber “inactive” entdeckt, die nicht wirklich gesund ist (und die man sonst niemals um diese Zeit im Gebäude antrifft), dann sprintet man selbstverständlich schleunigst die Treppe runter und schaut mal eben nach dem Rechten. Oder man bekommt kommentarlos einen süßen Tee vor die Nase gestellt, wenn man mal völlig fertig dasitzt und kein Wort rausbringt. Für eine Kollegin, die gerade ihre Krebsbehandlung samt Kur hinter sich hat, hatten sich die anderen letzte Woche ein Willkommen-Zurück-Geschenk ausgedacht. Standortübergreifend! Selbst gestern im Groß(!)raumbüro in Bad Homburg fiel mir auf, daß jeder mit jedem redet und auch einigermaßen Bescheid weiß, wie es dem Gegenüber gerade privat geht. Ich selbst war gestern direkt mittendrin. Hätte ich nicht gedacht.
Am 27. November findet abends wieder mal eine “Jahresendfeier” für unseren Standort statt. Und obwohl ich eigentlich nicht der Typ für Riesenpartys bin, freue ich mich diesmal sogar darauf. Na gut, auf die Location bin ich auch gespannt, ich geb’s ja zu. ;-) Die kenne ich nämlich noch nicht.
Nachtrag: Morgen wird außerdem mit zwei weiteren Kolleginnen die ”Operation Bagel-Backen II” in Angriff genommen. Should be fun. Wenn ich da an letztes Mal und unseren Kampf mit der Hefe denke… *g*




