Ute Gerhardt im World Wild Web
Dienstag, 07. Mai 2002
Ich werde 88 Jahre alt!
Hat Northwestern Mutual beschlossen. *g* Erst waren es nur 83, dann habe ich gemerkt, daß ich vergessen hatte mitzuteilen, ob ich Männlein oder Weiblein bin.
(Gefunden bei Joy.)
Mein Spielzeug ist aber viel schöner als deins!
In letzter Zeit begegnen mir immer mehr Menschen, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund zu glauben scheinen, mir auf Biegen und Brechen ihre Überlegenheit bzw. die ihrer Habseligkeiten beweisen zu müssen.
- “Ach ja, so einen Disc-Man wie deinen hatte ich auch mal, aber jetzt habe ich mir einen viel besseren gekauft!”
(Botschaft: Ich bin ja so viel klüger und besser informiert als Du. Ich bin Dir mindestens einen Schritt voraus.)
- “Ganz nett, dein T-Shirt, aber das Original gibt’s nur bei ... (beliebige Schicki-Micki-Firma einsetzen). Wie teuer war denn die Kopie?”
(Botschaft: Du bist hereingelegt worden und hast wohl auch noch zu viel ausgegeben.)
- “Also unsere Wohnzimmereinrichtung besteht natürlich nur aus ... “
(Botschaft: Wir wissen viel besser, was gut ist.)
- “Zu meinem Friseur gehen aber auch ... und ... und der hat schon ... (beliebige Prominamen einsetzen) frisiert!”
(Botschaft: Ich habe Anschluß an die besseren Kreise (oder was er/sie/es dafür hält...))
Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, interessiert mich im Detail aber schon selbst nicht mehr. Was mich wirklich interessiert, ist der Beweggrund dieser Leute. Was geht in deren Köpfen vor? Was glauben sie mir beweisen zu müssen? Und warum ausgerechnet mit Hilfe derart unwichtiger Äußerlichkeiten? Erbarmen, wie kindisch!
Mein Discman macht selbst nach 5 Jahren noch genau das, was ich will, mit guter Akustik. Meine Kleidung suche ich danach aus, ob sie mir paßt, steht und eine akzeptable Materialqualität besitzt. Meine Wohnzimmereinrichtung ist freundlich, hell und stabil und erfüllt bestens ihren Zweck. Falls mein Friseur jemals einem Promi die Haare über die Halbglatze kämmen sollte, ändert das am Inhalt meines eigenen Kopfes gottseidank überhaupt nichts. Und die Kreise in denen ich verkehre, suche ich mir nach dem Maß an Herz und Freundlichkeit aus, das darin herrscht, nicht nach der Anzahl ihrer TV-Auftritte oder der Millionen auf dem Konto.
OK, wenn es diesen Angebern etwas bedeutet, denundden Friseur/Discman/Designerfrack zu besitzen, von mir aus—herzlichen Glühstrumpf und viel Spaß mit dem Zeug! Aber warum wird automatisch davon ausgegangen, daß ich in meinem Leben die gleichen Maßstäbe zugrunde lege oder legen sollte? Any answers, anyone?
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Montag, 06. Mai 2002
Vermieter
Langsam könnte man wirklich glauben, ich wohne in einem Irrenhaus.
Garagenanmiete. Auf Anfrage teilt die Immobiliengesellschaft mit, Plätze W bis Z seien noch frei, man solle sich einen aussuchen. Genau das haben Marc und ich also auch getan. Nennen wir ihn Platz Z.
Heute morgen hat Marc an seinem Auto einen Zettel eines anderen Mieters (irgendso ein Weiterbildungsunternehmen) hängen, er solle sich gefälligst woanders hinstellen, denn Platz Z sei an eben jene Firma vergeben. Also durfte ich erst einmal einen Anruf bei dieser Firma tätigen und den Irrtum aufklären. Was natürlich niemand dort glauben wollte, Motto: “Wir haben schon seit Jahren...”. Nur: Einen Vertrag darüber haben sie nicht. Wir allerdings leider auch (noch) nicht, der steckt noch in der Post. Sonst wüßte ich schon, was ich heute abend noch in Kopie an den Stellplatz jener Firma pappen würde… Aber vielleicht reicht ja das Schreiben, in dem die Parkplätze aufgelistet werden, unter denen wir uns einen aussuchen durften.
Ferner besaß der Kerl am Telefon noch die Unverschämtheit mir zu sagen, ich sollte den Wagen doch in jedem Fall auf einen anderen Platz stellen, egal, was im Vertrag steht. Sein Mitarbeiter würde doch schon so lange dort parken. Der Mann muß doch glatt einen an der Waffel haben. Mache ich mir die Mühe eines schriftlichen Vertragsabschlusses etwa aus dem Grund, weil ich mich in den nächsten Monaten und Jahren von irgendwelchen dahergelaufenen Deppen von einer Garagenecke in die andere scheuchen lassen will, obwohl ich ganz klar für einen bestimmten Platz bezahle und ein Anrecht darauf haben, den Wagen genau dort abzustellen? Meint er im Ernst, ich gurke ohne Not wie blöd in einem Quadrat aus engstehenden Betonsäulen herum und wende rückwärts auf die benachbarte Hebebühne, die ich gar nicht gemietet habe, nur damit sein Mitarbeiter es morgens und abends auf meinem Platz dafür schön bequem hat? Ja aber hallo; für wie dämlich halten die mich denn?! Dazu haben nun wirklich weder Marc noch ich die geringste Lust!
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Ansprechpartner dieser streitbaren Firma ist natürlich wieder einmal unser toller Hausmeister. Ich hätte es wissen müssen… *seufz*
Wenn einer eine Reise tut
Nach längerer reisebedinger Pause habe ich mal wieder mit meinen Eltern gesprochen. Als Weinliebhaber haben sie in Süddeutschland an einem “Weinseminar”—inklusive Flüssig-Recherchen natürlich *g*—teilgenommen und dabei ein Ehepaar aus Dänemark kennengelernt. Sie, 86 Jahre alt, ehemalige Psychologieprofessorin an der Uni Kopenhagen im Gespräch mit meinem (blinden) Vater:
Sie: “Ihnen kann man gar nicht ansehen, was Sie denken!”
Mein Vater: “...?”
Sie: *klatsch*
Mein Vater hat eine Ohrfeige hängen und weiß gar nicht, wie ihm geschieht.
Sie: *klatsch*
Mein Vater hat noch eine Ohrfeige hängen und weiß noch immer nicht, was Sache ist.
Als ich nach dem Grund für das recht… äh… unkonventionelle Verhalten der alten Dame fragte, meinte mein Vater nur ganz lakonisch: “Na, Psychologin halt! Am nächsten Abend haben wir uns jedenfalls woanders hingesetzt.” Mittlerweile findet er den Zwischenfall recht lustig, hat sich aber am Abend der Tat wohl ziemlich geärgert. Aber was sollte er machen? Der Dame ebenfalls eine tafeln? Wäre wohl auch nicht ganz das Richtige gewesen…
Ich muß immer noch innerlich lachen, frage mich aber doch, wie viel Wein die alte Professorin wohl intus hatte? Ob man ihr angesehen hat, was in ihr vorging? LOL!
Sonntag, 05. Mai 2002
Fummel, fummel und probier…
... und schon sieht mein Blog endlich auch so aus wie meine eigentliche Homepage. Das Gelb auf Blau war zwar recht hübsch, aber auf die Dauer doch etwas schwer zu lesen.
Hoffentlich…
... stimmen die Hochrechnungen des französchen Wahlergebnisses. Ein Sieg Le Pens wäre für Europa eine Katastrophe; selbst wenn er nur 20 bis 30 % bekäme, wäre das noch immer schlimm genug. (Auch wenn Marc gestern zynisch meinte, daß Israel dann wenigstens nicht mehr auf den Deutschen herumhacken könnte.)
Es ist mir ohnehin ein absolutes Rätsel, wie es vor zwei Wochen überhaupt so weit kommen konnte. Zwei Jahre lang habe ich in dem Land gelebt und überall mehr Widerstand gegen als Zuspruch für die extreme Rechte dort gespürt. Nie im Leben hätte ich geglaubt, daß ausgerechnet Le Pen mal in der Stichwahl für die Präsidentschaft landen könnte. Wann hat der Umschwung stattgefunden, frage ich mich? Trotzdem: Leicht wird Chirac es nicht haben, auch wenn er gewinnt. Zu viele haben ihn nur als das kleinere von zwei Übeln gewählt, nicht aus Überzeugung.
Zum Glück!
Le Pen hat’s nicht geschafft. Gottseidank.
Endlich
Heute habe ich nun endlich einmal das getan, was ich schon seit Jahren tun wollte: Ich habe mir einen großen Wuschel Maiglöckchen gekauft! Nun stehen sie auf unserem Eßzimmertisch und duften gut, mit ihren niedlichen, zarten Blüten. (Marc hat übrigens eine schöne rote Rose von mir bekommen
)
Wer ist “Wir”?
Gestern waren Miriam und ich noch abends im Mongo’s, ein gutes Restaurant mit interessantem Essen und einem Haufen knuffiger Kellner.
Wir haben prima gegessen, uns bestens amüsiert und vor allem über die Borussenfans gelästert, die schwer angeschlagen vor unserem Fenster die Lindemannstraße hinaufgetorkelt sind. Auf der Rückfahrt mit der Bahn in die Stadt war die Sache dann allerdings weniger lustig, eingesperrt ohne Ausweichmöglichkeit mit genau all diesen grölenden Typen und Tussis, die scheinbar nur noch 4 Vokabeln im Kopf hatten (oder von jeher gehabt haben...?): Meister, Borussia, Scheiße und Bremen. (War wohl die Strafe von “Oben” für unsere Lästerei? *g*) Eines dieser schwarz-gelben Ekelpakete schaute Miriam und mich an, die wir uns in die hinterste Ecke verkrümelt hatten, und meinte dann auch gleich, wir hätten wohl für Fußball nichts übrig. “Doch, aber nur ohne die Fans wäre es endlich erträglich”, konnte ich mir nicht verkneifen möglichst spitz zu erwidern.
Sicher kann ich verstehen, daß man sich für die Erfolge und Mißerfolge einer Sportmannschaft interessiert. Was ich aber nicht verstehen kann, ist, warum viele Fans sich prinzipiell bei derartigen Ereignissen vollaufen lassen müssen wie Strandhaubitzen, um dann Passanten anzupöbeln, die nichts weiter wollen, als von Fußball und den dazugehörigen Prolos in Ruhe gelassen werden. Noch weniger verstehe ich das Gebrüll “Wir sind Deutscher Meister!”. Bitte wer ist “wir”? Diese versifften, geistig unterbelichteten, nach Alkohol stinkenden Kreaturen etwa, die wie überdimensional-abartige Säuglinge nur noch des Sabberns, Saufens und Schreiens fähig sind und als Mitspieler auf dem Rasen keine ganze Halbzeit überstehen würden? Klar, das muß es sein…
Donnerstag, 02. Mai 2002
Rom
Was lange währt… Hier sind wenigstens ein paar der Rom-Fotos, die ich schon seit zwei Wochen gescannt haben wollte. Mit Marcs Apparat habe ich auch noch ein paar gemacht, doch die muß ich erst einmal heraussuchen. Aber ich denke, mit mehr als 5 sollte ich das Blog ohnehin besser nicht belasten. Voilà:
![]() Die Engelsburg / Engel auf der alten Brücke ![]() Forum Romanum ![]() Blick von hinten auf das Denkmal Victor Emanuel II. |
![]() Blick vom Forum Romanum nach südost ![]() ‘Kugel in Kugel’ im Hof des Vatikanischen Museums |









