Ute Gerhardt im World Wild Web

 

Dienstag, 14. Mai 2002

Celebrate Youth

“I can see the older woman
looking at the younger woman,
I can see the younger woman
looking at the girl...”

Das stammt aus einem Lied von Bruce Springsteen Rick Springfield, an das ich heute in der Straßenbahn denken mußte. Heute war ich die “Younger woman”, die das hübsche kleine Mädchen angeschaut hat, das wie eine kleine dunkelhaarige Elfe dasaß und zum Fenster hinausschaute. Unwillkürlich habe ich mich gefragt, wer und was aus diesem Mädchen einmal werden wird—und wie lange es noch dauert, bis ich mir die gleiche Frage als “Older woman” über die “Younger woman” stellen werde.

Irgendwie ist es irreführend, nicht nur für andere, sondern auch für mich selbst, daß ich zumindest äußerlich immer um einige Jahre jünger geschätzt werde als ich tatsächlich bin. Ich kann auch nicht verstehen, warum man mich darum beneidet, denn nichts ist nerviger, als z.B. dauernd erklären zu müssen, daß man trotz seiner vermeintlichen “Jugend” durchaus schon genug Berufserfahrung hat, um dies oder das zu übernehmen. Viele Geschäftspartner halten mich anfangs für eine Studentin im Praktikum! (Vielleicht sollte ich mich öfter mal schminken...? Aber schon der Gedanke, bei jeder Berührung meiner Haut um die Farbschicht bangen zu müssen, nervt mich bereits.)

Celebrate Youth? Ich weiß nicht… Gaudeamus igitur, ...? Weshalb? Ich bin froh, daß ich mittlerweile so weit bin, wie ich bin, und ich möchte kein einziges Jahr meines Lebens noch einmal leben müssen und auf all die Erfahrungen und das Wissen verzichten, das ich jetzt habe.

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Handtaschen

Gestern in irgend so einer alten Frauenzeitschrift gelesen: “Zeige mir deine Handtasche, und ich sage dir, wer du bist!”
Gut—mal davon abgesehen, daß ich keine Handtasche, sondern einen kleinen, schwarzen Lederrucksack mit mir herumtrage—, das hier befindet sich darin:

- Brieftasche mit Personalausweis, Impfpaß, Führerschein, Reisepaß
- Geldbeutel mitsamt Firmenausweis
- Geldkartenetui mitsamt Karten
- Marschkompaß
- kleine Maglite
- Kamm
- Labello (Standardausführung)
- Handy
- Schlüsselbund
- Mini-Nähzeug für Notfälle
- 1/2 Packung Tempo-Taschentücher
- manchmal eine Sonnenbrille

Nu, wer bin ich denn jetzt? wink

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Sonntag, 12. Mai 2002

Muttertäglich Spectaculum

Weia, wenn ich mich im Bekanntenkreis so umhöre bzw. hier die Tagebücher abklappere, wird mir ja ganz flau. Muttertag scheint für viele doch ein Riesenproblem zu sein. Ehrung und Geschenke auf Knopfdruck, seelische Erpressung, Schuldgefühle… Auch Marc “mußte” seine Mutter anrufen und erinnerte mich bedeutungsschwer daran, daß auch ich mit meiner Mutter noch telefonieren und ihr gratulieren müßte. Nö. Gottseidank nicht. Margarete ist die Erste, die den Muttertag glatt vergißt und dann von mir dran erinnert wird, wenn ich denn anrufe… So auch heute. *g*

Auch Weihnachten, Ostern, Geburtstage und ähnliches werden in meiner engeren Familie recht locker gehandhabt. Geschenke macht man sich mitten im Jahr, wenn einem gerade etwas auf- oder einfällt, das dem anderen gut gefallen könnte. Wer Zeit hat, besucht den anderen gerade dann, wenn es beiden Seiten in den Kram paßt, und gefeiert wird, wann immer man sich wiedersieht und man gerade eine gute Flasche Wein plus ein paar interessante Gesprächsthemen bei der Hand hat. Solche Eltern sollte man eigentlich jedem wünschen…

Und so sind Marc und ich denn auch nicht bei Muttern am Kaffeetisch gelandet, sondern auf dem ”Mittelalterlich Spectaculum” am Dortmunder Fredenbaum. Für mich war es der erste Besuch einer Veranstaltung dieser Art. Was mich überrascht hat, war die Begeisterung der Menschen, die die Stände führten. Sprache, Kleidung, Musik, fast alles war auf Mittelalter getrimmt und mit viel Liebe und Sorgfalt vorbereitet worden. Spaß gemacht hat auch das Bogenschießen; noch ein Novum für mich. Bisher hatte ich noch nie einen Bogen oder auch nur einen Pfeil in der Hand gehalten, und prompt gelangen mir alle 4 Schüsse. Gleich der erste ging direkt ins Schwarze. Marc hat Bauklötze gestaunt. *g*
Gekauft haben wir allerdings nichts—die Preise sind halt doch ziemlich gesalzen, und da wir momentan sowieso an chronischem Platzmangel leiden, mit zwei Haushalten in einer Wohnung, muß man sich schon gut überlegen, welchen Schnickes man sich sonst noch so in sein Domizil holt. Aber ein schöner Nachmittag war es auf jeden Fall. grin

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Samstag, 11. Mai 2002

Windows-Haiku

In the wake of the Federal anti-trust suit against Microsoft, Sony has announced a new computer operating system.

Instead of producing the cryptic error messages characteristic of Microsoft’s Windows operating systems, Sony’s chairman said, “We intend to capture the high ground by putting a human, Japanese face on what has been—until now an operating system that reflects Western cultural hegemony.

For example, we have replaced the usual impersonal and unhelpful Microsoft error messages with our own Japanese haiku poetry.”

The chairman went on to give examples of Sony’s new error messages:

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A file that big?
It might be very useful.
But now it is gone.

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The Web site you seek
cannot be located but
endless others exist

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Chaos reigns within.
Reflect, repent, and reboot.
Order shall return.

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ABORTED effort:
Close all that you have.
You ask way too much.

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First snow, then silence.
This thousand dollar screen dies
so beautifully.

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With searching comes loss
and the presence of absence:
“My Novel” not found.

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The Tao that is seen
Is not the true Tao, until
You bring fresh toner.

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Windows NT crashed.
I am the Blue Screen of Death.
No one hears your screams.

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Rather than a beep
Or a rude error message,
These words: “File not found.”

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Serious error.
All shortcuts have disappeared.
Screen. Mind. Both are blank.

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(Quelle unbekannt)

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Night Swimming

Jetzt geht mir das Lied, das Towanda gepostet hat, nicht mehr aus dem Kopf…
Mich erinnert es an eine Fahrt nach Bonn zu einer Star-Trek-Convention, zusammen mit 3 Freundinnen aus Holland und den USA. Wir sind zwar nachts nicht geschwommen, dafür aber Robert Beltran begegnet. Anneke, die schon immer ein Faible für “Mr. Chakotay” hatte, wurde von Holly gnadenlos auf ihn zu gezerrt, bekam dann jedoch im Angesicht ihres großen Schwarms kein einziges Wort heraus. Es war mir zwar peinlich, wie der arme Mann einfach so angequatscht wurde, obwohl er vielleicht viel lieber seine Ruhe gehabt hätte, aber ich muß heute noch lachen, wenn ich an jenen Abend und Annekes Gesicht denke… Sie selbst übrigens auch. grin

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Freitag, 10. Mai 2002

Vergesslich?

Und gleichzeitig noch Harry-Potter-Fan? Dann geht’s Euch wie mir.

Das hier hat mir ein, ähm… sagen wir mal “wohlmeinender” Mensch *zwinker rüber* süffisant lächelnd geschenkt, um Abhilfe zu schaffen: Ein ”Remembrall / Erinnermich” Ob’s bei mir was nützt? Ich habt’s jedenfalls mal ins Startmenü aufgenommen… *grinsbreit*

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Wech sindse

Die Kommentar-Links. Und zwar nicht nur bei mir. Javascript-Meldung: Zeile 13, “ycso” sei undefiniert. Hübsch… Aber auch kein Wunder, wenn der Server von Rateyourmusic.com nicht erreichbar ist.

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Theater im Internet

Ein Rollenspiel mit mehr als 50 Räumen von einem Server auf den anderen zu schaufeln, jedem Raum einen Skin zuzuweisen und gleichzeitig noch die Software mit den neuesten Features und Hacks zu versehen, ist wirklich kein Pappenstiel. Das Ganze wäre sicherlich auch einfacher gewesen, wenn nicht drei Webmaster beschlossen hätten, sich das Spiel zu teilen und Skins passend zu jeder der beteiligten Webseiten zu erstellen. Also erst mal einen Hack basteln, der linkabhängig den Skin der Hauptseite auswechselt und gleichzeitig die Skinzuweisung der einzelnen Räume intakt läßt. Aber ich glaube, ich habe es geschafft; den Rest dürfen und müssen die anderen Webmaster selber ändern. Jetzt ist mein Hinterteil allerdings auch hübsch plattgesessen. *g*

Heute morgen habe ich dann noch versucht, ein paar Einträge von 2001 hier ins Blog einzugeben, aber auf welche Art ich es auch versuchte, sie landeten alle beim heutigen Datum. Warum und wieso, ist mir noch immer ein Rätsel, aber nun ja… Blogger eben. Gut, dann bleibt meiner Vergangenheit für die Leser hier eben im Dunkeln. *g*
Dafür habe ich aber bei Ingrid ein lange vermißtes Projekt wiedergefunden. Was will der Mensch mehr für einen schönen Tag? grin

Die Fußballfans haben in Dortmund gestern mal wieder ausgiebig gefeiert. Ich denke, wer sich in der Innenstadt niederläßt, darf sich darüber wohl weder wundern noch aufregen. Also ignorieren und den Fernseher abends einfach etwas lauter drehen, und schon geht’s. OK, wenn Dortmund in der 2. Liga spielte, blieben Anwohnern und der Stadt ein Haufen Dreck und Krach erspart. Andererseits ist mir diese Art von Radau mitsamt Konfetti und Bierdosen doch immer noch lieber als das, was z. B. den Israelis und Palästinensern derzeit um die Ohren fliegt. Insgesamt kein Grund zur Klage also. Und die vielen Luftballons, die versehentlich an meinem Balkon emporstiegen, haben mir doch viel Spaß bereitet—auch wenn ich keinen einzigen davon fangen und vor dem Weiterfliegen mit meiner Adresse versehen konnte. Beim nächsten Mal klappt’s aber bestimmt! wink

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Mittwoch, 08. Mai 2002

Also manchmal…

... könnte es mir beim Lesen bestimmter Nachrichten glatt übel werden! Da wird von der Mutter eines seit Mai 2001 vermißten und vermutlich ermordeten Kindes das seither an sie gezahlte Kindergeld zurückverlangt (offenbar ca. 1.800,- Euro). Zitat:

“Fest stehe, dass der Anspruch auf Kindergeld mit dem Tag ende, an dem ein Kind polizeilich als vermisst gemeldet wird. Es gebe nun mal das «Gebot der Rechtsstaatlichkeit»; danach sei Kindergeld ein Lastenausgleich. Und Kinder, die nicht mehr zu betreuen seien, stellten auch keine Last mehr im Sinne der Verordnungen dar, erläuterte der Sprecher (der zuständigen Behörde).”

Geht’s eigentlich noch unverschämter? Von der unglaublichen Kaltschnäuzigkeit dieser Forderung mal abgesehen: Hat mal einer dieser Behördenmenschen darüber nachgedacht, welche Kosten dieser Mutter wohl durch das Verschwinden ihres Kindes für z.B. Fahrtkosten etc. entstanden sind?

Für die Diäten und Rentenansprüche unserer Politiker steht jede nur erdenkliche Summe zur Verfügung. Der Bund der Steuerzahler zeigt jedes Jahr haarsträubende Beispiele auf, wie unsere Steuergelder von der Regierung sinnlos verpulvert werden, Korruption und Kungelei sind an der Tagesordnung—und dann kommt es den Behörden ausgerechnet in so einem Fall angeblich auf 1.800,- Euro an, damit auch nur ja dem Einkommensteuergesetz genüge getan wird?!?

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Was Paare am Handy besprechen

Gefunden bei Bild der Wissenschaft:

“ “Schatz, hast du schon Brot gekauft?” - Äußerungen dieser Art hört man immer wieder Menschen in Bussen und Bahnen den Teilnehmer am anderen Ende einer Handy-Verbindung fragen. Und es drängt sich einem die Frage auf: Tauschen Lebenspartner per Handy eigentlich nur Nichtigkeiten aus? Ja, in der Tat, belegt jetzt eine Studie des Handy-Unternehmens “Orange”, über die “BBC News” berichtet. Dennoch müsse davon ausgegangen werden, dass der kleine Schwatz per Handy zu einem wichtigen menschlichen Bedürfnis geworden ist.

81 Prozent der verheirateten oder in einer Beziehung lebenden Handy-Nutzer verwenden das Mobil-Telefon, um ihrem oder ihrer Liebsten zu sagen, dass sie später von der Arbeit nach Hause kommen. Immer noch 74 Prozent greifen zum Handy, um der besseren Hälfte zu erzählen, dass sie gerade zu spät zur Arbeit kommen. 67 Prozent nutzen das Handy als Erinnerungsanruf, damit eine Erledigung oder Besorgung nicht vergessen wird. 42 Prozent fragen ihre/n Liebste/n, ob sie ihm oder ihr etwas aus einem Laden oder aus dem Supermarkt mitbringen sollen. 28 Prozent wollen wissen, was es am Abend zu Essen gibt.

Interessanterweise werden aber die meisten Handynutzer sehr mundfaul, wenn es darum geht, der besseren Hälfte zu Hause zu sagen, dass man (oder frau) nach der Arbeit noch mit jemandem ein Bier trinken gegangen war. Ein Viertel der Handy-Nutzer räumte sogar ein, schon einmal einen Verkehrsstau erfunden zu haben, um den Kneipenbesuch nicht beichten zu müssen.

“Die Tatsache, dass 81 Prozent der Handy-Nutzer ihre Lieben auf dem Weg von oder zur Arbeit anrufen oder ansimsen, offenbart eine reale, fast universale Sehnsucht zu reden. Das ist etwas, was die meisten, die im Bereich der psychischen Gesundheit arbeiten, als fundamentales menschliches Bedürfnis anzuerkennen begonnen haben.”, kommentiert Brett Kahr, Psychotherapeut am Regent’s College in London die Studie.”

Nur dumm, daß die Umwelt meist aber auch so gar kein Bedürfnis verspürt, solch trivialen Handy-Quatsch mit anzuhören…

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