Ute Gerhardt im World Wild Web
Donnerstag, 07. August 2008
Zuguterletzt
Daß ich tatsächlich mal einen Kollegen sauer und mit den Worten ”Da hat der Zimmermann das Loch gelassen!” aus dem Büro schmeißen würde, hätte ich ja auch nicht gedacht. Aber wer genau merkt, daß ich gerade den Lead in einer Telefonkonferenz habe und genau deswegen hereinkommt, mich mit dusseligen Sprüchen dichtlabert, mir auf die Pelle rückt und sogar “spaßeshalber” an meiner Stuhllehne herumklopft, der muß mit sowas rechnen. Schon erst recht, wenn es sich um jemanden handelt, dem ich nicht mal so weit traue, wie ich ihn werfen kann.
Wenn derselbe jenige welche zudem in der Kantine meint, mich beim Nachsalzen der Speisen belehren zu müssen, das sei ungesund - und daraufhin vom Kollegen neben mir süffisant aufgefordert wird, sich doch selbst noch etwas Salz zu nehmen… dann sollte er sich vielleicht langsam mal ein paar Gedanken machen.
Gefressen
- Autofahrer, die mich überholen, während ich gerade für einen Entgegenkommenden Platz mache.
- Autofahrer, die meinen Sicherheitsabstand zum Vordermann bei Tempo >160 für eine Einladung halten, sich in die “freie” Lücke zu drängeln - um dann gleich anschließend wie bescheuert abzubremsen.
- Leute, die das obere oder untere Ende einer Rolltreppe mit einer Aussichtsplattform verwechseln und dann auch noch pampig werden, wenn man sie höflich bittet, beiseite zu treten.
- Immer wieder: Mails ohne Anrede, ohne Gruß, ohne “Bitte”, ohne “Danke”, in denen einem einfach mal eben so eine völlig abstruse Forderung um die Ohren gehauen wird. Möglichst noch von jemandem, der mir noch nie zuvor untergekommen ist und mein Blog für seine persönliche Dienstleistungszentrale hält.
- Menschen, die ihre Mahlzeiten in der Kantine mit einem geblafften “EIMA DASDA, ABBA MIT POMMES, NE?!” bestellen und ihr Geld auf die Theke klatschen, also wollten sie eine Schmeißfliege totschlagen - wieder ohne “Bitte”, ohne “ich hätte gerne”, ohne “Danke”.
Manchmal könnte ich echt… *gnarf!*
Nanu?
Stimmt, ich habe hier noch gar nichts über Saskias Kindergartenstart letzte Woche geschrieben. Eigentlich gibt’s da - bis auf eine Kleinigkeit - auch gar nicht viel zu schreiben. Die Eingewöhnung und der Start haben reibungslos geklappt, Saskia hat ihren Spaß und alle sind zufrieden.
Nur habe ich absolut nicht damit gerechnet, daß unsere Tochter so aus der Gruppe der neuen Kinder hervorstechen würde. Und zwar aus Gründen, über die ich nur staunen kann, hatte ich sie doch für völlig normale und durchschnittliche Fähigkeiten bei einem Kind in Saskias Alter (zur Zeit drei Jahre und vier Monate) gehalten: Ohne Begleitung zur Toilette gehen und anschließend Hände waschen, das Benutzen einer Kinderschere, sich selbst eine Schnitte Brot schmieren, sich für Bilderbücher und Geschichten interessieren und auch ruhig zuhören können… All das machen die anderen Kinder wohl noch lange nicht, lt. der heutigen Aussage der Erzieherinnen. Ich war platt.
Was mich auch erschreckt hat, ist die furchtbar verwaschene Aussprache mancher Kinder, die sogar noch ein gutes Stück älter sind als Saskia. Ich verstehe diese Kinder schlichtweg nicht, wenn ich sie reden höre oder sie mich gar direkt ansprechen. Keine Ahnung, wie die Kindergärtnerinnen das hinbekommen. Bin ich nun durch unsere Tochter so verwöhnt, oder zeigen sich an den anderen Kindern die Folgen z.B. übermäßigen Fernsehkonsums? Was ist “noch OK” für ein Kind in diesem Alter?
Der Abschiedsbrief
(Via Mail)
Sieh mal einer an!
Kleine Anekdote aus dem Wahlkampf unseres Großen Bruders: McCain hat in einem Werbespot Obama durch den Kakao gezogen und vergleicht ihn darin mit Britney Spears und Paris Hilton. Tenor: Berühmt, aber als Präsident ungeeignet:
Das Erstaunliche daran ist nun weniger der US-amerikanische Wahlkampfstil (Stil?). Der ist hinlänglich bekannt. Allerdings glaube ich nicht, daß McCain damit gerechnet hat, daß die gute Paris zurückschlagen könnte - und zwar höchstpersönlich:
Die Dame ist offenbar doch nicht ganz so hohl wie gemeinhin angenommen. Und Humor scheint sie auch zu haben. Nicht schlecht, Frau Hilton!
So richtig pikant wird die Story aber erst dadurch, daß ausgerechnet Paris Hiltons Eltern ursprünglich die Wahlkampagne des guten alten McCain finanziell unterstützt haben und Mrs Hilton ihn nun mal ordentlich eingenordet hat, ob des Schwachsinns, den er da verzapft. *ROTFL*
Dienstag, 05. August 2008
Gruß ins Münsterland
Liebe Ruth, extra für Dich: Das Burgerbe-Weblog - Nachrichten, Bilder und Geschichten von Burgen & Schlössern
Freitag, 01. August 2008
Wie verpeilt kann man eigentlich sein?
Heute morgen war die Damentoilette auf unserer (4.) Etage aufgrund von Wartungsarbeiten kurzzeitig nicht benutzbar. Also stiefelte ich eine Treppe bergab und nahm die auf der 3. Etage. Bei meiner Rückkehr ins Büro wunderte ich mich dann nur noch, daß in den paar Minuten die gesamte Einrichtung geändert worden war und plötzlich jemand anders auf meinem Platz saß. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte ich an ein Komplott - bis mir einfiel, daß ich mich nicht in, sondern unter meinem Büro befand. Noch immer in der falschen Etage nämlich.
Dann später am Kaffeeautomaten: Normalerweise trinke ich gar keinen Kaffee, sondern höchstens Tee, aber heute war ich nach dem Mittagessen derart müde, daß ich mir spontan meinen Becher schnappte, vier Säckchen Zucker und zwei Döschen Milch hineinkippte und das Teil unter den Hahn der Kaffeemaschine stellte. War klar, daß ich nicht den Knopf für den Kaffee gedrückt habe, sondern den für heißes klares Wasser, oder?
Also die ganze Chose nochmal. Während die Maschine den Kaffee mahlte und vorbereitete, bekam ich auf dem Flur mit, daß ein Kollege Geburtstag gehabt hatte und gratulierte ihm. Komme zurück, ziehe meinen Becher aus der Maschine - und erst in dem Moment plätschert der frischgebrühte Kaffee raus, unten in die Auffangschale.
Ich will sofort in mein Bett.
Echt stark?
Es ist nicht das erste Mal, daß Feedback zum Zickenterror die Formulierung enthält: “Du kommst immer so stark rüber.” Da frage ich mich dann manchmal, wie der Leser eigentlich zu diesem Eindruck gekommen ist. Es verblüfft mich immer wieder, denn ich fühle mich gar nicht so. Jedenfalls fühle ich mich nicht stärker als es die meisten anderen auch zu sein scheinen. Stur, ja. Hartnäckig, auch. Unnachgiebig, oft genug. Oder auch zu oft. Aber stark?
Es gibt in meinem Umfeld jemanden, den ich selbst als stark bezeichnen würde. Bei dem ich mir wünsche, er könnte sich - und sei es auch nur für eine Minute - wenigstens ein einziges Mal durch meine Augen betrachten. Die Bewunderung spüren, die ich empfinde, wenn ich bedenke, wie viel er in letzter Zeit weggesteckt hat und doch immer noch seinen Alltag meistert und die Zukunft in die Hand nimmt, obwohl es manchmal verd...t schwer sein muß. Wissen, daß meine Achtung genau deshalb riesengroß ist, auch und gerade wenn sein Mut immer wieder mal auf dem Null-Level ankommt. Die Dankbarkeit spüren, das “Wow!” hören, wenn ich darüber nachdenke, daß er nach allem, was ihm widerfahren ist, immer noch spontan einem Menschen einfach vertrauen kann. Das Erstaunen und wieder die Bewunderung erleben, daß trotz alledem sogar noch Kraft für Ehepartner, Familie, Freunde und deren Nöte vorhanden ist.
Das nenne ich stark. Und wenn ich mich daran messe, komme ich nicht besonders gut weg, finde ich. Dafür geht es mir auch einfach zu gut. Macht aber nichts. Neben so einem Maßstab “versagt” man ganz gerne. Geht gar nicht anders.
Mittwoch, 30. Juli 2008
Schlußverkauf
Morgen gibt es in unserer Kantine ein “Großes Buffet”, weil der Caterer zum 1. August wechselt. Motto: “Alles muß raus!”
An sich keine schlechte Idee. Nachdem aber diverse Dinge schon seit geraumer Zeit ausverkauft sind, die Zusammenstellung der Gerichte von Tag zu Tag abenteuerlicher und heute zum dritten Mal in Folge der gleiche (selbe?) Fisch angeboten wurde… ...Komme ich nicht umhin mich zu fragen, ob ich mir dieses kulinarische Experiment morgen tatsächlich antun möchte.
Vielleicht probiere ich aber zum letzten Mal aus, ob es mir wenigstens einmal gelingt, ein 0,25er Kaltgetränk in weniger als fünf Minuten zu zapfen. Ob Cola, Fanta oder Apfelschorle - aus irgendeinem Grund schäumt das Zeug dabei grundsätzlich dermaßen, daß man eigentlich eine Verlängerung der Mittagspause beantragen müßte, wenn man das Glas voll haben möchte. Physikalisch versierte Mitarbeiter hängen mittlerweile beim Zapfen den Finger ins Glas, um die Schaumbildung zu verringern bzw. den Zerfall zu beschleunigen.
Inzwischen ist nur noch Cola Light da. Eine besondere Herausforderung in puncto Schaum. Ich habe sowas echt noch nicht gesehen - als ob man Waschpulver reingemischt hätte. Die Apfelschorle, als es noch welche gab, hätte man glatt für Bier halten können. Woher kommt sowas?
PS: Kann mir vielleicht auch jemand verraten, wie man Rinderleber kreisrund wie eine Frikadelle, groß wie eine Scheibe gekochten Schinken und platt wie einen Reibekuchen bekommt? Und vor allem, warum irgendjemand das überhaupt wollen sollte? Ich hab’ das Zeug heute auf den ersten Blick glatt für Fleischkäse gehalten. Dazu gab’s dann Blumenkohl (sic) und ein Zwiebelgemüse, das vom Aussehen her eigentlich eher in die Pathologie gehört hätte, statt auf einen Teller.
Zwei auf einen Streich
Heute sind es gleich zwei Bloggerinnen, deren Einträge glatt auch von mir stammen könnten. (Ja, ich weiß, ich strotze nur so vor Anmaßung, Arroganz und grenzenloser Selbstüberschätzung. *g*)
Pia läßt sich hier über die allgegenwärtige elterliche i-Manie aus, der auch der Kinderdok vor wenigen Wochen bereits einen eigenen Eintrag gewidmet hat. Und angesichts derer auch ich am liebsten schreiend davonlaufen würde. Mein Lieblingszitat: “Sind die Hausis erledigt, darf das Kind auf den Spieli. (vielleicht hilft es der Mami auch noch mit dem Spüli), Ob es dort mit dem Balli spielt oder auf die Rutschi klettert, ist mir egal, meine Zehennägel waren aufgerollt und ein großes “Warum?” machte sich breit. Ist es leichter, solch überlange Worte wie “Hausaufgaben”, “Kindergarten” und “Spielplatz” abzukürzen? Spart man damit Zeit, die man mit dem Kind dann beim Logopäden verbringen kann?” Danke, Pia! Danke, danke, danke!!!
Und Angel berichtet, warum ihr Rucksack ihr bei der Ankunft im Büro plötzlich zu leicht erschien. Ist mir auch schon passiert. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich den Weg zur Arbeit in Rekordzeit zurückgelegt hatte, stellte ich auf dem Parkplatz fest, daß mein Laptop noch zu Hause lag. Ich warte übrigens noch auf den Tag, an dem ich mir statt der Laptop-Tasche morgens in der Dämmerung Tobias’ Wickelrucksack kralle und damit zur Arbeit fahre. *LOL*


